PS: Waehrend meiner ganzen Zeit in Pai hat mich keine einzige Muecke gestochen! Warum diese Nachricht bemerkenswert ist? Als ich ankam, berichtete mir eine Neuseelaenderin, dass zur Zeit 70 Leute im Pai-Hospital wegen Dengue-Fiebers behandelt werden. Ich nahms zur Kenntnis, wollte meine Plaene aber nicht aendern. Der Ort gefiel mir einfach zu gut und zudem war da noch die Sache mit meinem Package: Ich hatte bereits in BKK fuer drei Naechte bezahlt. Also nahm ich die Neuigkeit als Geruecht auf. Allerdings war dann der Pick-up mit Spray-Einheiten kein Geruecht und auch nicht der Mann mit Atemmaske und Spritze der von Haus zu Haus ging und jeden Winkel mit etwas gefarhrlich-riechendem einnebelte. Auf Informationen von offizieller Seite fuer die Touristen (von denen man in den Strassen Pais mehr sieht als Thais) wartete ich vergeblich. Das gehoert glaubs zum thailaendischen Prinzip der Tourismus-Foerderung: Nichts schlechtes ueber Thailand soll nach aussen gelangen. Was genau der Pick-up mit den Lautsprechern zu den Thais sagte blieb mir verborgen…

Aber wie gesagt – um die muetterlichen Gefeuhle zu beruhigen: Ich wurde nie gestochen in meinen 3 Pai-Tagen und fuehle mich auch jetzt, da ich in Sukothai weile, nach wie vor puddelwohl. Im herkeomlichen Sinne war meine Entscheidung in einem Gebiet zu verbleiben, wo evetuell eine Dengue-Fieber-Epidemie ausbrach, vielleicht ein bisschen eigen- (oder sagen wir leicht-)sinnig, aber da ich ja aufgehoert habe an eine matrielle Welt im herkoemlichen Sinne zu glauben, fuehlte ich mich in keinem Moment beunruhigt…;-)

 

 

Toeff-Tour in Pai

10.Juli 2008

Heute hab ich mir einen 100ccm Scooter gemietet. Der Sprit fuer einen Tag (1 Fuellung) hat gleich viel gekostet wie die Miete: 100 Bath (ca 3 SFr). So am Rande bemerkt: Was bedeutet es fuer ein Land wenn man fuer die Kosten eines Liters Sprit schon ein vollwertiges Mittagessen bekommt?

Zum mieten laesst sich vielleicht noch folgendes anfuegen (da ich in gewissen Kreisen ja einen herausragenden Ruf als Motorfahrzeuglenker besitze): Question: Do you know how to ride this bike? Answer: Hm, yes I think so, I did it once before… – Ok here is the key. Its the black one over there. Have a nice trip! Mit „once“ meinte ich jene 500m auf dem Veloweg beim Ferienhuesli auf der Yamaha von Roman. Ich musste dann nochmals nachfragen wie man jetzt genau startet.

Da ich mich nicht so recht mit Routenplanung auseinandersetzen konnte (ich hatte eine Karte im Massstab 1:1.2 Mio und ein Stadtplan auf dem ausdruecklich vermerkt war „not to scale“…) fuhr ich einfach mal los auf der Strasse die von der Tankstelle aus dem Ort hinausfuehrte. Wie ich dann herausfand verband der Highway Pai mit der Provinzhauptstadt imNorden. Dazwischen liegt ein mittelhoher Pass, was mir ca 800 Hoehenmeter Serotonin bescherte. (Adrenalin brauchte ich erst beim Hinunterfahren weil ich da mitten in einen Sindflut-artigen Monsoonregen kam und sogar meine Flipflops mehr Profil hatten als meine Reifen…) Auf jeden Fall wurde die Aussicht mit jeder Kurve fantastischer, die Freude am fahren stieg also mit jedem Hoehenmeter. Auf der Passhoehe traf ich dann Robert und Viola aus Ostdeutschland. (das ‘Ost’ ist ja eigentlich hinfaellig, wie mir am Abend bei einer Pizza -Sorry, dafuer gabs einen Grund- erklaert wurde ist es aber doch nicht ganz das selbe: same same – but different) Sie waren in etwa auf dem selben Ross unterwegs wie ich, waren aber seit 3 Tagen mit SAck und Pack unterwegs. Ich war beeindruckt und auch ein bisschen neidisch auf soviel Abenteuergeist. Wir verabredeten uns fuer den Abend auf eine Pizza, weil sie seit Tagen nur Reis gesehen hatten.

Was ich in diesem Blog bisher verschwiegen habe: Gleich am ersten Tag wurde ich von einem grundsaetzliche sehr netten Tuktuk-fahrer zum staatlichen Tourist-Office (TAT) gebracht. Dieses hat einen sehr guten Ruf, da es gerade fuer Trekking Touren, wie ich sie geplant hatte, einen gewissen Standart garantiert. Ich dachte also, ich mache Naegel mit Koefen und habe mir sogleich einen 11-Tage trip mit ein bisschen Soukothai (antike Koenigs-stadt) und ein bisschen Hill-village feeling (Pai) und eben dem erwaehnten Hill-Trekking buchen lassen. Ein bisschen gestutzt habe ich schon beim Preis, aber ich war mir des Bath-Sfr-Kurses auch noch nicht ganz so gewahr…

Am Freitag morgen kam ich dann schliesslich mit dem Nacht-zug (verlief sehr angenehm. Im Zug bekam ich von einem hollaendischen Vater beinahe eine Stelle vermittelt in Finnland. ) nach Chang Mai (CM), der 2. groessten Stadt Thailands. Vom Zugfenster aus sah auch schon alles viel vertrauter aus als in BKK, naemlich gruen, das gibt dem gemeinen Schweizer schon mal ein Gefuehl von Heimat. Am Abend war im GH in CM ein Treffen mit unserer schlussendlich 7-Koefigen Trekking-Truppe angesagt. Schliesslich machte mich Lars (29, D zusammen mit Steffi) darauf aufmerksam, dass er vermute es sei ein fake-TAT gewesen. Was sich vor allem darin aeussere dass fuer ein mittleres (bis mieses) Angebot ueberrissene Preise verlangt werden … Ja sowas passiert einem, wenn man in BKK den Tuktuk-fahrern auf den Leim geht.Im verlauf des Trekkings fanden wir dann heraus, dass alle Gaeste dieses GH ’s bei einem solchen ‘TAT’ gebucht hatten. (2 hollaendische Studentinnen haben fuer 4 Wochen Thailand inkl. Island-hopping ueber 1000 Euro bezahlt. Das toent vielleicht nicht nach viel, aber fuer hiesige Verhaeltnisse ist das schon an der Grenze zum Wucher. Mein Ticket fuer den Nachtzug haette nur 770 Bath ca 22.- gekostet, pro Tag kostet mich mein Arrangement jetzt aber fast 50.- … Anyway money is not everything.)

Gluecklicherweise waren wir aber eine coole Truppe. Am neachsten Morgen kamen dann nochmals 2 Hollaenderinnen (Michele 25+ Gabrielle 24, sprich Chabi) direkt vom Nachtbus zu uns. Unser Guide machte auch keinen allzu-katastrophalen Eindruck, auch wenn er etwa gleich gut englisch sprach, wie ich spanisch. (Will go to waterfall, 1 hour walking, then night in hut, meal I will cook, spidersoup, hihi…) Unser Trip bestand aus 2 Naechten im Busch und 3 Tagesmaerschen a ca 2-3 h (total) also definitiv fuer den durchschnitts-Tourist. Es stellte sich dann aber bei fast allen heraus, dass dies vollauf genuege (bis auf den gipfelgeilen Schweizer). Bis zum ersten Wasserfall wurden wir aber noch mit einem Elephant-ride beehrt,den wir uns auch hatten sparen koennen. Spaetestens da fuehlten sich Lars und ich an den Stefan Loose Reisefuehrer erinnert, der in diesem Zusammenhang von der Rennstrecke nahe bei CM sprach. Insbesondere bei unsere Rueckkehr, als wir nochmals kurz bei unserem Startpunkt Rast machten fuer eine Mahlzeit sahen wir dann wie es auf der Rennstrecke zu und her gehen kann. Im 5min Rhytmus kamen Pick-ups und brachten Flipflop Touris zum Mittagessen.

Schlussendlich muss ich aber sagen, dass auch dank den sympathischen Leuten in unserer Gruppe, es durchaus eine lohnende und bereichernde Erfahrung war. Im Jungle, oder sagen wir einfach in einem thailaendischen Wald zu laufen gefiel mir (und auch den anderern) recht gut. Je schmaler die Wege und je steiniger der Aufstieg desto mehr freute ich mich auf die Aussicht, was glaube ich nicht ganz alle so sahen (es gibt halt nicht so viele Berge in Holland, dass man es sich gewohnt waere bei 30C in Sneakers ueber lehmige Pfade zu wandern). Alle waren wir dann happy als wir nach ca 2h zu unserem ersten Wasserfall kamen. Aus ca3 m fiel das Wasser in ein breites Knie- bis Hueft-tiefes Becken, so dass man sich direkt unter den prasselnden Strahl stellen konnte: Thai-Massage einmal anders. Wirklich gespannt waren wir dann auf unsere Unterkunft. Die rethorischen Faehigkeiten unseres Fuehrers waren zu beschraenkt um uns gross zu erklaeren was wir unter einer Jungle-hut vorzustellen haetten. Dass es so gemuetlich sein koennte haetten wir uns nicht ertraumt (nicht beim fake-TAT). Nachtessen war dann entgegen den Androhungen keine Spinnen-suppe, sondern Reis mit Gemuese und ein paar Maraton-chicken stuecken.

Ich wurde grundsaetzlich gewarnt, dass man in BKK schon ziemlich bald keine Bhuddas mehr sehen kann. Nicht weil sie nicht schoen waeren oder ich mich ueberhaupt nicht fuer lokale Kultur interessieren wuerde. Nur die schiere Menge ist das Problem. Es ist unfassbar, wieviel Tempel man in BKK findet. Und ist er geoeffnet (will heissen auch das innere ist zugaenglich), so findet man dann immer einen Bud…
Vielleicht lag es auch daran, dass ich mich verpflichtet fuehlte moeglich das ganze Abgebot abzuspuhlen. Aus irgendeinem unerfindlichen (aber durchwegs begruessenswerten) Grund, erliess das Ministry of Tourism fuer den Tag meiner Ankunft in BKK die Eintrittsgebuehren (zwischen 10 und 40 Bath = ca 1 Sfr) aller Tempel und ermoeglichte den Zugang zum Innenraum, der im Normalfall den Moenchen vorbehalten ist. Des weiteren schrieb diese spezielle Regelung auch den Tuktuks vor nicht mehr als 20Bath fuer 1-2 h zu verlangen. Im Austausch bekamen sie bei jedem Tempel einen Benzin-Coupon. Das Hatte dann ebenfalls eher Quantitaet als Qualitaet zur Folge…

Was man in der Schweiz immer fuer selbstvertstaendlich haelt wird in einer groesseren Stadt, die man dazu zum erstem Mal sieht, zu einer kleineren bis mittleren Herausvorderungung: Naemlich von A nach B zu kommen. Gerade von Zurich ist man extrem verwohnt, was die Uberbruckung von kleineren bis mittleren Distanzen angeht.

 

Velo: scheidet aus naheliegenden Gruenden aus (Also wenn ich eins haette wuerde ichs zumindest versuchen…).

Stadt-Busse: ist grundsaetzlich moeglich, aber solabge man kein Thai lesen kann, sind weder Haltestellen noch Busziele im vornherein herauszufinden. Daher ziemlich abenteuerlich.

 

S-Bahn wuerde heissen Regional-Eisenbahn. Gibt es grundsaetzlich; faehrt aber nur touristisch uninteressante Gebiete an.

Hingegen Sky-Train: toent sehr mondaen, ist es auch. Extrem schnell, da direkt ueber alles was kleiner als 20m ist. Allerdings nur ein kleines Netz. Immerhin 30 Fussmin von meinem GH entfernt hats eine Hltst. Zudem sehr bezahlbar (=spottbilig fuer einen Farang 15min=35 Bath=1Sfr).

 

Tuktuk: 1. Krebsliga laesst gruessen. 2. Psychologenvereinigung ebenfalls. 3. Die Rega haelt sich bereit +41 333 333 333. Denn: Sie fahren nie mit Meter (auf jeden Fall mit den Touris). Der Fixpreis ist meistens (Hey my friend, I make special offer for you…) ein einseitiges Freundschaftgeschenk in die eher unbeabsichtigte Richtung. Fahrstil, sogar fuer mich sportlich bis an die Grenzen der Fahr-fisik (beim Anhalteweg immer darueber).

 

Taxi: Ohne Probleme. Keine Verhandlungen, klimatisiert, genau ablieferung, keine Verbruederungs-Bemuehungen (hey my friend where are you from, ah swisserland very nice country, yuuro, zuuric ehh spain won…) Einfach nur um den Meter-Zaehler bitten. Einzig abgelegene Ziele, die eine leere Rueckfahrt erwarten lassen sind nicht anfahrbar.

 

Schiff (ca 20m lange Barke mit Dieselmotor): Mein bisheriges Highlight. Fahren auf vorgegebenen Routen (dort wo es einen Kanal gibt). Extrem billig (doppelte Strecke wie Skytrain fuer 18 Bath=50 Rp.) Der Vergleich mit dem Skytrain ist insofern interessant, als dass die gefuhlte Geschwindigkeit in etwa dieselbe ist… Wer schon einmal in Sudfrankreich eine Penichet auf dem Canal du midi manoveriert hat, schwebt standig zwischen einem Gefuhl der Bewunderung und der Panik. Der Kanal ist nicht breiter aber zusatzlich voller Einschrankungen, wie Brucken, Bauabsperrungen, Stege, etc .. Die Spitze des Todesmutes sind aber die Kreuzungsmanover… Bis kurz vorm passieren steht die Barke jeweils halbquer, da im engen Kanal der Wellenschlag seine Energie nicht dissipieren kann. 

Zu Fuss: Grundsatzlich OK, aber nach 30 min gehen, mochte man immer zum Ersatztrikot greifen. Zudem muss man sich gerade im Zentrum, um die Sehenswuerdigkeiten herum, immer der unglaeubigen Tuktuk-Fahrer erwehren (erstens haben die weissen ja Geld, und zweitens wollen sie ja nur helfen… )

Geschützt: Back-up

29.Juni 2008

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Zuerst möchte ich, Markus, klarstellen, dass ich Blogs unglaublich behämmert finde, weshalb dies folglich gar kein Blog ist. Nun gut, es sieht so aus und auch der Titel „Travel Blog“ ist ein wenig verwirrlich, aber schliesslich gibt es auch Bier und Bier. Das ist dann auch nicht dasselbe. Oder es gibt auch Handtaschen, die identisch sind, was nicht davon abhält, doch beide zu kaufen…die Handtaschen-Geschichte ist dem schönen Geschlecht gewidmet. So viel zum Thema Blog.

Wir gehen also zusammen auf Reisen. Lukas fliegt am 29. Juni von Zürich nach Bangkok; Markus folgt exakt zwei Wochen später. Der Rückflug ist für den 24. August gebucht; diese Angabe ohne Gewähr und leichte Verschiebungen nach hinten sind möglich, von den Reisenden sogar implizit erwünscht.

In den ersten beiden Wochen erkundet Lukas einen Teil von Thailand. Pattaya gilt dabei als offizielles Sperrgebiet; nein, nicht wegen der Landminen, sondern aufgrund anderer überraschend explosiver „Faktoren“. Nach diesen ersten vierzehn Tagen holt Lukas Markus am Flughafen ab, da letzterer wegen seiner ausgeprägten Orientierungsschwäche im fremden Bangkok vollends verloren wäre. Dies ist deshalb von hoher Bedeutung, weil sich die äusserst selten vorkommende Krankheit durch panische Symptome mit nicht auszuschliessender Gefahr eines misshandelten, weil das Touristenvertrauen missbrauchende, TukTuk-Fahrers äussert.

In den folgenden sechs Wochen reisen die beiden in nördlicher Richtung nach Vientiane, von wo aus das Abenteuer weiter durch Laos und schliesslich am Mekong entlang in südlicher Richtung bis nach Kambodscha geht. Nach unzähligen unerwarteten, mal positiv, mal negativ faszinierenden Erlebnissen ziehen die dann hoffentlich noch lebenden Vaganten wieder Richtung Thailand. Aus der Wegbeschreibung wird klar, wie provisorisch die genaue Route ist und bleiben soll.

Zwei junge Männer gehen auf eine längere Reise. Es ist ein Weg, den sie zum ersten Mal gemeinsam gehen, obwohl sie bereits seit knapp zwanzig Jahren befreundet sind. Es ist aber auch ein Weg, der sich manchmal verzweigen wird. Ein Weg, der bald eben ist, bald über Stock und Stein führt. Und wie ihre Stöcke, sind auch Wanderer oft verschieden. Doch viel wichtiger ist, dass des einen Schwäche des anderen Stärke ist.

Während Lukas die Karte studiert,…

…, findet Markus den Weg mal schneller, mal gar nicht.

Und auf dem Gipfel interessiert der Weg bekanntlich nicht mehr. Egal ob auf dem Bergalgapass

oder dem Piz Turba.

Es gibt nur eins, vor dem muss sich Lukas in Acht nehmen. Wie gesagt, Pattaya und…

…Markus beim Essen oder trinken zu stören. Aber sonst sind die zwei ganz friedlich und freuen sich schon sehr auf das Abenteuer…

schliesslich ist Vorfreude bekanntlich die schönste Freude!

Masterfeier ETH

20.Juni 2008

Am 30.Mai 2008 hat „unser“ Jahrgang die Master-Diplome überreicht bekommen. Uns meint jenes Grüppchen, das vorwiegend Nachnahmen mit S/St/Sch hat und seit dem 1. Semester zur Herde zusammengewachsen ist. Leider hat es nicht allen gereicht die Masterarbeit zeitgerecht abzuschliessen. (Meine Einladung erhielt ich 3 Tage vorher…)

Da die ETH selber keine Hände hat die das Diplom übergeben, sprang Prof. Pratsini ein. Er ist zweifelsohne eine schillernde Figur, und passt in die präsidiale Rolle des Departementvorsteher, man hätte auch meinen können er sei CEO der ganzen ETH. Unvergessen ist mir sein persönlicher Marschbefehl in sein Büro (Residenz wäre wohl auch nicht so falsch), wo er mir gehörig die Leviten las, weil ich nur 99 von 100 geforderten Punkten erreichte in den 3 Testatprüfungen. Nur mit letztem Charme habe ich eine zusätzliche mündliche Vorprüfung vermeiden können. Seinem Grinsen beim Händedruck nach ist ihm diese Episode auch nicht vollends entfallen…

Hier folgen noch ein paar Bilder dieses geschichts-trächtigen Momentes. Der Abschluss meiner Zeit an der ETH wird mir auch dank der genialen Rede von Nico in guter Erinnerung bleiben. Leider ist das wichtigste Foto (jenes mit Prof. Dual!) noch immer auf dem Handy von Papa. Ich hoffe nur die versprochenen 2 Megapixel von Sony halten was sie versprechen…




Eis und Gletscherkurs

16.Juni 2008

Vergangene Woche habe ich das erste Mal in meiner noch jungen BergsteigerKarriere so richtig Eis unter die Bergschuhe bekommen. Mit 10 weiteren Studenten habe ich mir das Grundrüstzeug für alpine Hochtouren verpassen lassen. Während 2 Tagen sind wir kreuz und quer über den Rohnegletscher gekraxelt unter der Aufsicht von zwei professionellen Bergführern. Normalerweise ist das nur als Banker bezahlbar, zumindest wenn man sich die Tourenangebote beim SAC und den Adventure-Anbietern anschaut. Dank ASVZ ist dies aber auch als Student erschwinglich.

Ehrlicherweise ist der Kurs selbst dann weit weniger sensationell gewesen, als ich mir das vorgestellt hatte. Irgendwie kam mir alles so ein bisschen nach vorgeturntem Wikipedia-Wissen vor. Dann und wann gabs zwar einen Kommentar, im sinn von so könnte mans machen, aber anders wäre auch möglich. Es mag zwar sein, dass es nicht nur eine richtige Variante gibt, wie man sich beispielsweise in der Seilschaft anseilt. Aber als Anfänger wünscht man sich eine korrekte Lösung, und keine Auswahlsendung. Bei guten Verhältnissen (wenig geneigtes, grobkörniges Eis) ist das Gehen auf dem Gletscher wie bedächtiges spazieren am Zürisee. Gut, je steiler die Flanke, desto mehr Vertrauen muss man den Zacken am Steigeisen schenken, aber wer die Physik kennt, lässt sich auch nicht unvorhergesehen überraschen. Zu beginn fordert es ein wenig Konzentration, wie und wo man hintritt. Die grosse Gefahr auf dem Gletscher ist aber gar nicht sichtbar: Die Spalten. Auch wenn die Theorie behauptet Spalten treten nur bei Zug oder Scherspannung im Eis auf, so kann man nicht immer vorausahnen wie der Untergrund geformt ist. Sobald Schnee auf dem Eis liegt, schwebt das Damokles-Schwert über der Kappe (es ist auf dem Gletscher erstaunlich kalt) vom hungrigen Gletscher verschluckt zu werden. Dass man nicht recht weiss wo und wann der Appetit des Gletschers wieder einmal zuschlägt, führt dazu dass man sich anseilt. Das gibt einem die Gewissheit nicht allein auf den Schutzengel zu hoffen sondern auch auf den Hintermann, der einen dann halten soll.


Wir haben uns dann auch darin geübt Verankerungen zu erstellen: im Schnee einen T-Anker einbuddeln, im Eis eine Eisschraube eindrehen. Erstaunlich, im nassen Schnee reicht schon eine eingegrabene Petflasche, um 2 Personen zu halten. Aus meiner Zeit in der Jungschar kannte ich die Prusik-Technik schon, die es einem ermöglich am fixierten Seil hochzusteigen. Dazu befestigt man 2 unterschiedlich lange Schlingen am Seil mit dem Prusik-Knoten. Abwechselnd werden die Knoten hochgeschoben und das Körpergewicht verlagert. Etwas mühsam wird das Ganze wenn die Handschuhe pflotschnass sind und man einen einen Überhang überwinden soll. Hat man es dann geschafft, so ist dies genau der Moment wo der Bergführer sich entschliesst die Bedingungen zu verschärfen und das Seil oben kurzfristig löst („So jetzt hätte die erste Verankerung versagt, Gott sei dank sind wir redundant…“)