Leaving Laos (Stop-over Pakxe + Don Det)
5.August 2008
Auf meiner Reise dem Mekong entlang, die ich nach der Abreise von Markus nun doch alleine in Angriff nehmen werde, hab ich mich sozusagen fuer eine Abkuerzung entschieden. Von Vientiane bin ich mit dem Nachtbus in 10 Stunden direkt nach Pakxe in Suedlaos gefahren. Fuer 25 US Dollar gab es nebst AC (in der Nacht eher laestig als notwendig) eine Matrazen-Pritsche von ca 120 cm Breite und 180 cm Laenge (Ja ich bin groesser,..). Ich hab sie mir mit einem ca 60 jaehrigen Laoten geteilt, sehr zur belustigung seiner Reisegruppe. Nach anfaenglichen cm-Rangeleien gings dann aber ganz gut. Dennoch, irgendetwas muss ich mir vorher oder waehrend der Fahrt aufgelesen haben. In Pakxe fuehlte ich mich trotz ca 5h Schlaf hundemuede und schlief von den naechsten 72 Stunden etwa waehrend 60…
Nebst dem Hotel hab ich vor allem das indische Restaurant der Stadt kennengelernt, sehr empfehlenswert (meiner Magenverstimmung zum trotz).
Als es mir wieder einigermassen gut ging, hatte ich dann so genug von Pakxe, dass ich das nahegelegene Touristenziel, 30 m Wasserfaelle auf dem Bolaven-Plateau in herllicher Landschaft, einfach uebersprang und direkt weiter Richtung kambodschanischer Grenze fuhr. Die Fahrt zu den (angeblich) 4000 Inseln in einer Aufweitung des Mekongs war recht amuesant. Da die Strassenqualitaet keine ordentlichen Busse zulaesst, verkehren umgebaute Pickups mit 2 langen Sitzbaenken an den Seiten und einer in der Mitte auf der 150 km Strecke. Sozusagen ein low-cost DURO (CH Militaer-Transporter), bei gleichem Packvolumen (wir waren zum Schluss tatsaechlich ca 18 Menschen, Huehner und Bienenstoecke waren diesmal keine dabei) kostet das Gefaehrt wahrscheinlich einen 50-stel und ist mindestens so gelaendetaugliche… Beim warten bis zur Abfahrt (45 min, Start alle Stunde) lernte ich Patrick aus Muenchen kennen. Wir hatten das selbe Ziel: Don Det eine der Inseln im Mekong, die fuer die entspannte Stimmung beruehmt ist (natuerlich auch im Lonely Planet empfohlen, was aber noch nichts zu heissen hat… ich bin ja eh ein Unterstuetzer der germanischen REiseliteratur: Reise Know How und Stefan Loose.)
Um zur Insel zu gelangen brauchten wir einen Faehrmann. Dieser trat in Form eines ausgewanderten Deutschen (Mike) auf die Buehne, der die 14-Stunden-Tage als Netzwerksuporter bei Ford Deutschland nicht als Endloesung seines Daseins akzeptieren wollte. Die neue Lebensform beinhaltete 5 Bungalows am Mekong und eine laotische Frau.
Zu dieser Zeit waren im „wir“ noch 2 franzoesisch sprechende Travelerinnen beinhaltet, die per Anhalter unterwegs aufstiegen. Wie sich dann herausstellte, verstand ich ihre Sprache vor allem darum so gut weil sie aus Lausanne und nicht Paris stammten. Damit schien mein Fluch keine Schweizer auf meiner Reise zu treffen wenigstens halbwegs gebrochen. Mein Gestaendnis ich sei Schweizer muenzten sie sogleich logisch korrekt um in: „mindestens 3 Jahre Schulfranzoesisch…“ ergo on parle francais. Ich sprach dann aber zu beginn nicht einmal fuer 6 Monate. Wenn man sich den Kopf mit englisch Vokabeln gefuellt hat ist eine nette franzoesische Frage so etwa das herausvordernste was einem passieren kann! Ich bilde mir zugegebenermassen etwas darauf ein, dass ich zum Schluss unserer 3 gemeinsamen Tage, fliessend zwischen englisch (mit einer Hollaenderin) deutsch (Patrick, Mike) und franzoesisch (Meryem und Raphaelle) hin und her wechselte und mich in allen 3 Sprachen zumindest verstaendlich machen konnte.
Zu Don Det muss man sagen, dass fuer einmal der Lonely Planet nicht zu viel versprochen hat. Palmen saemen die Insel, die im Innern herrlich gruene Reisfelder beeinhaltet. Die nahegelegenen Niagara-Faelle Asiens bildeten einen natuerlichen Wall fuer die Schifffahrt gen China. (Der Mekong entspringt in Tibet!) Auf einer Breite von mehreren Kilometern (immer wieder durch eine Insel unterbrochen) faellt das Wasser in der Regenzeit ca 3m in der Trockenzeit angeblich 14m. Das war fuer die kolonialen Plaene Frankreichs ein ziemlicher Daempfer. Von den Bemuehungen den Wasser-weg nach China zu etablieren (vom Meerhafen Saigon, aeh Ho-Chi-Minh-City in Suedvietnam) zeugt ein Eisenbahntrasse quer durch die Insel un eine Bruecke zur Nachbarinsel. Uebrigens die einzige Brueck dieser Art, die Laoten fahren Boot, heute etwas rassiger dank 9 PS Honda-Motoren, frueher etwas gemaechlicher mit Stachel und Ruder. Gemaechlichkeit ist ein zentraler Begriff auf den Inseln, wo Strom nur von 6-10pm aus dem Generator kommt. Auch wenn der Generator privat gekauft wird, genauso wie der Sprit, so ist es verboten nach 10 Uhr noch Licht zu machen. Es ist nicht ganz klar, was damit bezweckt werden soll, aber Mike hat uns versichert dass die Polizei nicht zoegert happige Bussen zu verteilen. Wie dunkel es sein kann wenn nirgends wo ein Licht brennt und der Himmel von Wolken bedeckt ist, haben wir festgestellt, als die Batterien starben weahrend unseres Heimweges vom Zentrum. Wer weiss wie lange wir nach unserem GH gesucht haetten, wenn nicht Mike mit einer starken Lampe auf uns gewartet haette…
Buddha Park in Vientiane
30.Juli 2008
Meine zweite Visite von Laos Hauptstadt habe ich genutzt, um den schillernden Buddha-Park zu besuche. Der Lonely planet meint dazu: „a place of questionable taste, … built by unskilled craftmen.“ Aber wer vertraut schon dem Lonely planet. Zusammen mit Judi, die ich bei der Guesthous Suche in Phone savan kennengelernt hatte, versuchte ich heruaszufinden welcher der zahlreichen Busse am talat Sao Bus-terminal jetzt zum gewuenschten Fahrziel fuhr. Fuer die gut 20 km brauchte der lokale Minibus dann fast eine ganze stunde, was wir mit Gespreachen ueber das neue China ueberbrueckten. Sie hatte eindrueckliches (und belustigendes) zu berichten. Als Kind 2er Chinesischer Auswanderer wuchs sie in Amerika auf. Dank ihren Chinesisch-kenntnissen arbeitete sie waehrend 2 Jahren als uebersetzerin und freelancerin im Reich der Mitte.
Der Buddha-Park ist nicht historisch relevantes, da er erst vor 20 Jahren von einem Moench gegruendet wurde. Dennoch bestechen die Skulpturen (alles aus Beton) durch ihre Praesenz und Groesse. Offenbar bstand das Anliegn des Moenchs in der Verbindung von Buddhismus und Hinduismus. Im selben Bus wie wir war auch ein spanisches Paerchen unterwegs. Carlos und Quadalupe aus Barcelona. Den Nachmittag verbracheten wir im Schatten am Mekong-ufer bei Gerspreachen uebers Reisen und erneut China. Aufruettelnd und beruehrend waren dann die Berichte der beiden Frauen ueber sexuelle Belaestigung auf Reisen. Ich hatte wieder mal keine Ahnung…
Klar hoert man von den Warnungen im Vorfeld, dass es aber so haeufig passiert konnte ich kaum glauben. Taeter stammen aus allen moeglichen Umfelden: Hotel-besitzer, Receptionisten, Zufeallig Anwesenden und auch Moenchen.
Plain of Chars
30.Juli 2008
Geheimtip Luang Prabang …?
22.Juli 2008
Vor Reiseantritt duerfte Luang Prabang (LPB) als Highlight jeder Laos-Reise gelten. Tatsaechlich bietet die ehemalige Hauptstadt Laos mit ihren zahlreichen Kloestern und Tempeln inmitten des gruenen Jungles ein malerisches Bild. Auch die Unesco hatte vor ein paar Jahren ein einsehen und vergab (zurecht) das Guetesiegel „World cultural heritage“. Nur hat sich damit der ehemalige Geheimtip zu einer veritablen Geldmaschine gemausert. Die verlaengerte Flugpiste ist ueber BKK nun auch mehr oder weniger direkt von Europa buch- und anfliegbar. Dank der Regenzeit (Low-Season in Indochina, erst ab Oktober werden die Hotels richtig voll) ist es auch noch nicht vollends ueberloffen und innerhalb der Altstadt sogar wirklich schoen. Allerdings hat das Preisniveau ein Level erreicht, das nicht so recht zu einem Land mit knapp 400 Dollar durchschnittlichem Jahreseinkommen passen will.
Ein Beispiel: Heute haben wir den Standard-Ausflug in die Pak Ou-Hoehlen unternommen: 1.5 Stunden faehrt man mit dem Slow-boat auf dem Mekong bis man direkt vom Wasser eine Hoehle mit alten Bhuddastatuen betritt. Kosten 10 Dollar p.P….(Boot + Eintritt)! Unterwegs wird man in einem Dorf abgeladen, das einem als Village-People-visit verkauft wird, aber tatsaechlich nur aus einer Ansammlung von Souvenier-shops besteht. Eine 2. Hoehle ist ueber eine 200m lange Treppe erreichbar. Auf dem ganzen Weg wird man begleitet von Kindern, die fuer 1$ ein kleines Voeglein aus dem Kaefig lassen und ihm die Freiheit schenken. Toent niedlich. Aber wenn der Tourismus soviel Geld in die Gegend bringt, wiso sind diese Kinder nicht in einer Schule? Wieso reichen 10$ fuer den Ausflu nicht aus, um die Anlagen in Schuss zu halten? (Ueberall standen Urnen mit der Bitte die Restaurierung zu ermoeglichen… die auch dringend notwendig erschien). Ich hatte definitiv ein anderes Bild von Laos.
Die Ausfluege zu den beiden Wasserfaellen haben sich dann aber doch gelohnt. Die Regenzeit bewirkte dass beide ziemlich viel Wasser fuehrten und damit noch einiges eindruecklicher wirkten. Der Pfad ueber die Wassertreppe endete fuer normale Touristen mit dem Warnhinweis: „Danger, what’s out!“. Was zwei abenterulustige Schweizer aber noch nie von ihrem Entschluss abbringen konnte. Die Aussicht die nach diesem Hinweis folgte war dann auch besonders spektakulaer, wenn man sich nach vorne neigte ging es ca 30 m in die Tiefe, von oben rauschte knapp am Kopf vorbei ein Fontaene aus ca 20 m.
Hochwasser in Vang Vieng
19.Juli 2008
In Vang Vieng haben wir heute zwei ToeffToeff gemietet. Es war gleichzeitig der erste Ruhetag seit Bangkok vor knapp einer Woche. Zuvor verbrachten wir zumindest den halben Tag im Bus, Zug oder Tuktuk. Einerseits hofften wir so etwas Zeit zu gewinnen, andererseits gefiel es uns nie so gut, als dass sich ein Pause gelohnt haette. Wir hofften in Vang Vieng in einem gemuetlichen Bungalow am Fluss die Fuesse hochzulagern. Doch der Fluss der Boesewicht, zeigte sein wasserreiches Gesicht. Anhaltende Regenfaelle in den letzten Tagen liessen den eigentlich harmlosen xy-Fluss (nicht Mekong) zu einem gewaltigen Strom anwachsen. Am Tag unserer Ankunft war die Bruecke noch gesperrt. Als wir uns selbst ein Bild machten am naechsten Abend, stand das Wasser immer noch bis wenige Zentimeter unter der Fahrbahn. Im Gegensatz zur Bruecke war das Risikomanagement bei den meisten Guesthouse-Bungalows eher vom Stil UBS… Sie standen bis zum Dach unter Wasser. Offenbar hatte der zunehmende Strom an Rucksacktouristen in den Norden von Laos dazu gefuehrt, dass jeder freie Zentimeter an der Uferzone mit einem Guesthouse zugepflastert wurde. Dass es sich bei VangVieng um eine Boom-City handelt (ich hatte noch auf einen reizvollen Ort umgeben von Karstfelsen gehofft…) wurde spaetestens beim Abendessen klar. Es war beinahe unmoeglich, ein Restaurant zu finden, dass nicht amerikanische Spielfilme in Ueberlautstaerke spielte und nicht nur Pizza und Hamburger offerierte.
15 cm ueber dem Wasserspiegel gabs herrliche Mueesli zum Zmorgen mit Mango, Ananas und Wassermelone. Was wir drei Tage spaeter erfuhren: An diesem Tag ertrank ein Traveller beim Tubing. Dabei handelt es sich um ein ansonsten gemuehtliches sich treiben lassen auf einem LKW-Pneu. Wer die Wirbel vom Ufer aus nur kurz beobachtet hat, fragt sich nach der Geschaeftsphilosophie der Tour-Organisatoren. (Angeblich war der Traveller schon vor der Losfahrt in einem anderen Orbit: Opium oder Marihuana: an jeder Strassenecke zu haben in VangVieng)
Go Go Go… Chinesische Billig-Toeffs fuer Laos. Fuer Abgasvorschriften scheint sich trotz bedrohlich dunkeln Wolken keiner zu interessieren.
Das schoene Wetter taeuscht; ueber Nacht hatte es nochmals geregnet. 2 km speater war die Strasse Oberschenkeltief ueberflutet. Auf beiden Seiten gab es findige Tranportunternehmer, die ihren Rapid (traktoraehnliches Gefaehrt) zum Toeff-Uebersetzen anboten. Wir kehrten dankend um.
Im Hintergrund erkennt man die nach wie vor eindruecklichen Karstfelsen, die das Hochplateau von VangVieng umschliessen und bis zu 5 km lange Hoehlen in sich beherbergen.

























