Geschützt: Back-up
29.Juni 2008
Nach der Reise ist vor der Reise
24.Juni 2008
Zuerst möchte ich, Markus, klarstellen, dass ich Blogs unglaublich behämmert finde, weshalb dies folglich gar kein Blog ist. Nun gut, es sieht so aus und auch der Titel „Travel Blog“ ist ein wenig verwirrlich, aber schliesslich gibt es auch Bier und Bier. Das ist dann auch nicht dasselbe. Oder es gibt auch Handtaschen, die identisch sind, was nicht davon abhält, doch beide zu kaufen…die Handtaschen-Geschichte ist dem schönen Geschlecht gewidmet. So viel zum Thema Blog.
Wir gehen also zusammen auf Reisen. Lukas fliegt am 29. Juni von Zürich nach Bangkok; Markus folgt exakt zwei Wochen später. Der Rückflug ist für den 24. August gebucht; diese Angabe ohne Gewähr und leichte Verschiebungen nach hinten sind möglich, von den Reisenden sogar implizit erwünscht.
In den ersten beiden Wochen erkundet Lukas einen Teil von Thailand. Pattaya gilt dabei als offizielles Sperrgebiet; nein, nicht wegen der Landminen, sondern aufgrund anderer überraschend explosiver „Faktoren“. Nach diesen ersten vierzehn Tagen holt Lukas Markus am Flughafen ab, da letzterer wegen seiner ausgeprägten Orientierungsschwäche im fremden Bangkok vollends verloren wäre. Dies ist deshalb von hoher Bedeutung, weil sich die äusserst selten vorkommende Krankheit durch panische Symptome mit nicht auszuschliessender Gefahr eines misshandelten, weil das Touristenvertrauen missbrauchende, TukTuk-Fahrers äussert.
In den folgenden sechs Wochen reisen die beiden in nördlicher Richtung nach Vientiane, von wo aus das Abenteuer weiter durch Laos und schliesslich am Mekong entlang in südlicher Richtung bis nach Kambodscha geht. Nach unzähligen unerwarteten, mal positiv, mal negativ faszinierenden Erlebnissen ziehen die dann hoffentlich noch lebenden Vaganten wieder Richtung Thailand. Aus der Wegbeschreibung wird klar, wie provisorisch die genaue Route ist und bleiben soll.
Zwei junge Männer gehen auf eine längere Reise. Es ist ein Weg, den sie zum ersten Mal gemeinsam gehen, obwohl sie bereits seit knapp zwanzig Jahren befreundet sind. Es ist aber auch ein Weg, der sich manchmal verzweigen wird. Ein Weg, der bald eben ist, bald über Stock und Stein führt. Und wie ihre Stöcke, sind auch Wanderer oft verschieden. Doch viel wichtiger ist, dass des einen Schwäche des anderen Stärke ist.
Während Lukas die Karte studiert,…
…, findet Markus den Weg mal schneller, mal gar nicht.
Und auf dem Gipfel interessiert der Weg bekanntlich nicht mehr. Egal ob auf dem Bergalgapass
oder dem Piz Turba.
Es gibt nur eins, vor dem muss sich Lukas in Acht nehmen. Wie gesagt, Pattaya und…
…Markus beim Essen oder trinken zu stören. Aber sonst sind die zwei ganz friedlich und freuen sich schon sehr auf das Abenteuer…
schliesslich ist Vorfreude bekanntlich die schönste Freude!
Masterfeier ETH
20.Juni 2008
Am 30.Mai 2008 hat „unser“ Jahrgang die Master-Diplome überreicht bekommen. Uns meint jenes Grüppchen, das vorwiegend Nachnahmen mit S/St/Sch hat und seit dem 1. Semester zur Herde zusammengewachsen ist. Leider hat es nicht allen gereicht die Masterarbeit zeitgerecht abzuschliessen. (Meine Einladung erhielt ich 3 Tage vorher…)
Da die ETH selber keine Hände hat die das Diplom übergeben, sprang Prof. Pratsini ein. Er ist zweifelsohne eine schillernde Figur, und passt in die präsidiale Rolle des Departementvorsteher, man hätte auch meinen können er sei CEO der ganzen ETH. Unvergessen ist mir sein persönlicher Marschbefehl in sein Büro (Residenz wäre wohl auch nicht so falsch), wo er mir gehörig die Leviten las, weil ich nur 99 von 100 geforderten Punkten erreichte in den 3 Testatprüfungen. Nur mit letztem Charme habe ich eine zusätzliche mündliche Vorprüfung vermeiden können. Seinem Grinsen beim Händedruck nach ist ihm diese Episode auch nicht vollends entfallen…
Hier folgen noch ein paar Bilder dieses geschichts-trächtigen Momentes. Der Abschluss meiner Zeit an der ETH wird mir auch dank der genialen Rede von Nico in guter Erinnerung bleiben. Leider ist das wichtigste Foto (jenes mit Prof. Dual!) noch immer auf dem Handy von Papa. Ich hoffe nur die versprochenen 2 Megapixel von Sony halten was sie versprechen…
Eis und Gletscherkurs
16.Juni 2008
Vergangene Woche habe ich das erste Mal in meiner noch jungen BergsteigerKarriere so richtig Eis unter die Bergschuhe bekommen. Mit 10 weiteren Studenten habe ich mir das Grundrüstzeug für alpine Hochtouren verpassen lassen. Während 2 Tagen sind wir kreuz und quer über den Rohnegletscher gekraxelt unter der Aufsicht von zwei professionellen Bergführern. Normalerweise ist das nur als Banker bezahlbar, zumindest wenn man sich die Tourenangebote beim SAC und den Adventure-Anbietern anschaut. Dank ASVZ ist dies aber auch als Student erschwinglich.
Ehrlicherweise ist der Kurs selbst dann weit weniger sensationell gewesen, als ich mir das vorgestellt hatte. Irgendwie kam mir alles so ein bisschen nach vorgeturntem Wikipedia-Wissen vor. Dann und wann gabs zwar einen Kommentar, im sinn von so könnte mans machen, aber anders wäre auch möglich. Es mag zwar sein, dass es nicht nur eine richtige Variante gibt, wie man sich beispielsweise in der Seilschaft anseilt. Aber als Anfänger wünscht man sich eine korrekte Lösung, und keine Auswahlsendung. Bei guten Verhältnissen (wenig geneigtes, grobkörniges Eis) ist das Gehen auf dem Gletscher wie bedächtiges spazieren am Zürisee. Gut, je steiler die Flanke, desto mehr Vertrauen muss man den Zacken am Steigeisen schenken, aber wer die Physik kennt, lässt sich auch nicht unvorhergesehen überraschen. Zu beginn fordert es ein wenig Konzentration, wie und wo man hintritt. Die grosse Gefahr auf dem Gletscher ist aber gar nicht sichtbar: Die Spalten. Auch wenn die Theorie behauptet Spalten treten nur bei Zug oder Scherspannung im Eis auf, so kann man nicht immer vorausahnen wie der Untergrund geformt ist. Sobald Schnee auf dem Eis liegt, schwebt das Damokles-Schwert über der Kappe (es ist auf dem Gletscher erstaunlich kalt) vom hungrigen Gletscher verschluckt zu werden. Dass man nicht recht weiss wo und wann der Appetit des Gletschers wieder einmal zuschlägt, führt dazu dass man sich anseilt. Das gibt einem die Gewissheit nicht allein auf den Schutzengel zu hoffen sondern auch auf den Hintermann, der einen dann halten soll.
Wir haben uns dann auch darin geübt Verankerungen zu erstellen: im Schnee einen T-Anker einbuddeln, im Eis eine Eisschraube eindrehen. Erstaunlich, im nassen Schnee reicht schon eine eingegrabene Petflasche, um 2 Personen zu halten. Aus meiner Zeit in der Jungschar kannte ich die Prusik-Technik schon, die es einem ermöglich am fixierten Seil hochzusteigen. Dazu befestigt man 2 unterschiedlich lange Schlingen am Seil mit dem Prusik-Knoten. Abwechselnd werden die Knoten hochgeschoben und das Körpergewicht verlagert. Etwas mühsam wird das Ganze wenn die Handschuhe pflotschnass sind und man einen einen Überhang überwinden soll. Hat man es dann geschafft, so ist dies genau der Moment wo der Bergführer sich entschliesst die Bedingungen zu verschärfen und das Seil oben kurzfristig löst („So jetzt hätte die erste Verankerung versagt, Gott sei dank sind wir redundant…“)














